Die in verschiedenen Bereichen der Küste Gran Canarias herrschenden Wellenbedingungen haben die Entwicklung verschiedener Wassersportarten begünstigt, die sich das natürliche Phänomen des Wellengangs zunutze gemacht haben. Hierbei stehen die Sportarten Windsurfing, Surfing und Bodyboard an erster Stelle, wobei letztere auf der Insel eher unter dem Namen „Boogie“ geläufig ist.
Entlang des Küsteneinzugsgebietes befinden sich mindestens 23 Spots, beziehungsweise Bereiche, die sich hervorragend zum Surfen oder Bodyboard eignen. Hier trifft man keine Massenansammlungen an, und einige Reviere weisen sogar nahezu unberührte Szenarien auf.
Die wichtigsten Wellenbereiche, die durch die Qualität ihrer Brandung und des Seegangs des Atlantiks gekennzeichnet werden, sind folgende:
Nördlicher Bereich: hier handelt es sich um das Hauptrevier der Surfer. Es umfasst den Küstenabschnitt ab Confital (Las Palmas de Gran Canaria) mit der so genannten „Nonnenwelle“ („Las Monjas“) bis Gáldar und der „Bocabarranco“-Welle. Der Abschnitt zeichnet sich durch seine Felsküste aus und verfügt über die höchste Wellenfrequenz und die stärksten Wellenbrecher. Wenn optimale Bedingungen gegeben sind, trifft man bis zu fünf Meter hohe Wellen an.
Östlicher Bereich: ideal zum Surfen, sobald das Meer aus dem Osten kommt und der Wind nachlässt. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, findet man die besten Stellen in der Umgebung von Pozo Izquierdo, sowohl in „Mosca Point“, als auch rechts von „Muellito“.
Südlicher und westlicher Bereich: herausragend ist die Spitze, an der die Playa del Inglés von Maspalomas getrennt wird. Ebenso interessant ist die Gegend am Leuchtturm von Maspalomas. In Arguineguín trifft man ebenfalls einen guten Wellengang an.
Windsurfing
Gran Canaria verfügt über Gegenden von großem internationalem Prestige zur Ausübung dieser Sportart und wird – nach Hawaii – als zweites Mekka des Windsurfings weltweit angesehen. Einen besonderen Stellenwert nimmt diesbezüglich der Spot von Pozo Izquierdo ein. Dieser und der Strand Playa del Inglés sind Austragungsorte für zwei Wettkampfskategorien der PWA-Weltmeisterschaft, an der die besten Windsurf-Spezialisten der Welt teilnehmen.
Die das ganze Jahr über herrschenden Bedingungen bieten sowohl Profis als auch Anfängern optimale Voraussetzungen zum Windsurfen. Auf Gran Canaria befinden sich rund 21 Spots zur Ausübung sämtlicher Modalitäten dieser Sportart; unterstützt werden sie von angesehenen Schulen und Infrastrukturen im Dienstleistungsbereich mit Sitz in der Stadt Las Palmas de Gran Canaria sowie in der südlichen Urlaubsregion der Insel. Zu den bekanntesten Spots zählen Ojos de Garza, Tarajalillo, Bahía Feliz, Playa del Águila, San Agustín, Playa del Inglés, Anfi del Mar und Puerto Rico sowie die folgenden weltweit berühmten Reviere:
Pozo Izquierdo: in der Gemeinde Santa Lucía de Tirajana gelegen, handelt es sich um den auf Grund seiner Bedingungen international berühmtesten spanischen Spot. Hier ist der Wind ständig präsent. Aber auch die Ruhmestaten des vielfachen Weltmeisters Björn Dunkerbeck, der diesen Inselbereich zu seiner Heimat und für seine Arbeit auserkoren hat, haben zum Bekanntheitsgrad von Pozo Izquierdo beigetragen. In ‘El Arenal’ (so nennen die Einwohner den Strand) weht der Wind von links und ist normalerweise ausgesprochen stark. Von daher benötigt man Segel von einer Größe von 2,80 auf 4 Meter, um an einem der stürmischsten Spots der Welt sein Können zu beweisen. Die Wellen sind in der Regel mindestens ein Meter hoch und erreichen bisweilen bis zu drei Meter. Pozo ist das ideale Ziel für Windsurfer, die bereits ein akzeptables Niveau in Punkto Gleitflug und Halsen aufweisen und sich nun mit Sprüngen und anderen kunstvollen Luftfiguren anfreunden möchten. Dieser Strand hat bereits zahlreiche Meister hervorgebracht, darunter die Schwestern Daida und Iballa Ruano in der Kategorie der Damen.