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Sardina del Norte

Strand von Sardina del Norte, Gran Canaria

Während an irgendwelchen anderen Orten der Welt neue Städte in Nullkommanichts aus dem Boden gestampft werden, vergeht die Zeit im Dörfchen Sardina del Norte im Rhythmus der Wellen, die an den Kai schwappen. Sardina ist eine Enklave im Norden von Gran Canaria, weit weg von den großen, goldenen Sandstränden des Inselsüdens. Sardina wird in den Reiseprospekten nicht häufig genannt – aber das scheint auch niemanden zu bekümmern.

Woanders werden künstliche Inseln aus hunderttausenden Tonnen Sand geschaffen, aber in Sardina del Norte ist der Fernseher, der in den Restaurants des Kais von der Decke hängt, das einzige künstliche Objekt. In den Straßencafés plaudert man nicht über die Börse. Es gibt keine riesigen Limousinen und auch keine Superluxus-Fünf-Sterne-Hotels mit Hubschrauberlandeplatz. Aber in den Bars, die den Buckel der Straße zum Strand hinunter zu rutschen scheinen, wird ein Fisch serviert, der wirklich Luxus ist!

Der Kai von Sardina del Norte
Zwei Freunde im Kanu bei Sardina

In Sardina del Norte dümpeln keine Millionäre auf protzigen Jachten im Hafen. Aber wenn Sie Millionen wollen, können Sie hier trotzdem fündig werden. Auf dem Meeresgrund schwimmen Millionen und Abermillionen Fische. Mindestens 14.000 verschiedene Arten, bestimmt! Denn die Fischgründe in diesem halbvergessenen Teil von Gran Canaria gehören zu den fischreichsten des ganzen Archipels. Meeresgründe für Multimillionäre. Darum versammeln sich an den Wochenenden auch die Taucher der Insel in dieser kleinen Fischerenklave.

In Sardina del Norte werden Sie weder Taucher noch Fischer dabei erwischen, wie Sie von Stock Options und Aktien sprechen. Auch der Dow Jones stellt kein relevantes Gesprächsthema dar. Warum sollte er auch? Das ist alles völlig überflüssig, wenn der Sonnenuntergang durch das Fenster hereinkommt und zu Füßen deines Bettes ein ganzer Ozean ruht.

Sonnenuntergang am Leuchtturm von Sardina del Norte

Vielleicht ist das der Grund, warum es hier so viele Leute gibt, die ihre Worte sparsam verwenden. In Sardina tun das selbst die Möwen. Und darum wollen wir uns auch kurz fassen. Nur wie man den Ort findet, wollen wir noch sagen. Kurz hinter Gáldar, auf der Nordseite der Insel, stoßen Sie auf eine Abzweigung. Folgen Sie dem Hinweisschild durch Bananenplantagen, Treibhäuser und Häusergruppen hindurch, die an der schmalen, von ein paar Palmen bestandenen Landstraße liegen. Am Ende erreichen Sie den kleinen Hafen von Sardina.

Denken Sie daran: wenn Sie im Privatjet gekommen sind, sollten sie das vielleicht besser nicht erwähnen. Denn solche Dinge sind hier unwichtig. Erzählen Sie lieber von den Fischen, die Sie heute gefangen haben. Denn Sie wissen schon – an anderen Orten mögen Wolkenkratzer wie Berge aus dem Boden gestampft werden, aber hier ist es anders. Hier wollen die Leute einfach ihre Ruhe haben, und das Meer als Nachbarn. Und Sie kennen den Spruch: Der Mittelpunkt der Welt ist immer genau da, wo man ihn haben will.



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